Engineering und Konstruktion individueller Anlagenkonzepte

Unsere firmeneigene Systematik sorgt für klare Ziele, definierte Abläufe und nachvollziehbare Entscheidungen in jeder Phase. Entscheidend für den Projekterfolg sind dabei: klare Verantwortlichkeiten, enge Zusammenarbeit mit dem Kunden und eine durchgängige Dokumentation.

Phase 1: Definition der geplanten Produkte

Der Ausgangspunkt jedes Entwicklungsprojekts ist ein tiefes Verständnis der Kundenanforderungen. Gemeinsam mit Produktentwicklern und erfahrenen Maschinenbedienern klären wir alle relevanten Produktparameter.

Die Produktparameter

Welche Produkte sollen gefertigt werden? Materialien, Abmessungen und Geometrien werden vollständig erfasst.

Grundlegende Qualitätsstandards werden frühzeitig identifiziert und als Basis für alle weiteren Phasen festgelegt.

Erste Ideen zu möglichen Fertigungsprozessen entstehen direkt aus dem Dialog mit Produktentwicklern und Anlagenbedienern.

Phase 2: Kritische Prozesse herausarbeiten und priorisieren

Erfolgreicher Maschinenbau entsteht aus dem Zusammenspiel beider Perspektiven: Der Kunde kennt Produkte, Prozesse und örtliche Gegebenheiten, wir bringen Expertise in Mechanik, Bewegungsabläufen und Maschinendesign ein.

Die identifizierten Prozesse und Anforderungen werden anschließend nach Komplexität und Risiko bewertet. Kritische Abläufe stehen dabei im Fokus der Analyse, um Risiken frühzeitig zu erkennen und spätere Kosten zu vermeiden.

Phase 3: Erste Maschinenkonzepte

Für kritische Prozesse entwickeln wir erste Lösungsansätze und bewerten diese gemeinsam in einem strukturierten Workshop – von der Handskizze bis zum ausgearbeiteten Konzept.

Jede Idee wird dokumentiert, systematisch verglichen und mittels Cause-and-Effect-Bewertung analysiert. Ergänzend identifiziert eine frühe FMEA potenzielle Risiken, die direkt in die weitere Entwicklung einfließen.

Phase 4: Versuche in drei Stufen

Bevor Komponenten konstruiert werden, müssen kritische Prozessparameter experimentell validiert werden. Dies geschieht in einem dreistufigen Versuchsprozess, der schrittweise zur finalen Konstruktion führt.

Stufe 1: Vorversuche
Einfache Aufbauten zum Verständnis des Prinzips mit dem Ziel, grundlegende Machbarkeit des Prozesses ohne großen Konstruktionsaufwand prüfen.

Stufe 2: Versuchsaufbauten
Dedizierte Versuchsaufbauten ermöglichen gezielte Testreihen. Hier werden kritische Parameter quantitativ untersucht und die Konzepte verfeinert.

Stufe 3: Seriennahe Komponenten
Kritische Maschinenkomponenten werden bereits in Seriennähe gebaut und getestet. Diese Bauteile können direkt in die finale Maschine übernommen werden.

Phase 5: Dokumentation, Konstruktion und finale FMEA

Vom Versuch zur Konstruktion
In dieser Phase sind Produkte, Prozesse und Qualitätsanforderungen vollständig definiert und dokumentiert (PPQ). Auf Basis der validierten Versuchsergebnisse startet die eigentliche Konstruktion.

Die freigegebenen Konzepte werden in technische Zeichnungen und detaillierte Maschinenlayouts überführt. Regelmäßige Abstimmungen mit dem Kunden gewährleisten eine gemeinsame Prüfung und Freigabe aller Komponenten.

Die PPQ (Produkt- / Prozessqualifikation und Qualtitätsanfoderungen) ist das zentrale Dokumentationsinstrument des gesamten Entwicklungsprozesses. Sie wird kontinuierlich befüllt und wächst mit dem Projekt.

Die PPQ bildet die Grundlage für die finale FMEA. Dabei werden alle Anforderungen nochmals kritisch geprüft und potenzielle Risiken bewertet.

Offene Punkte werden konstruktiv optimiert oder fließen anschließend entweder in die Dokumentation für Inbetriebnahme und Wartung ein, oder werden als validiertes Restrisiko dokumentiert.

Zur Sicherstellung der Produktqualität sind prozessintegrierte Prüfungen oder 100%-Kontrollen oft unverzichtbar. Mithilfe statistischer Methoden definieren wir geeignete Sensoren, Kameras und Messsysteme, um Qualitätsdaten zuverlässig und reproduzierbar zu erfassen.

Phase 6: Lastenheft/Pflichtenheft als Bestellgrundlage

Das Ergebnis des Vorprojekts
Alle erarbeiteten Inhalte – Produktdefinition, kritische Prozesse, Maschinenkonzepte, Versuchsergebnisse, FMEA-Erkenntnisse und Qualitätsanforderungen – münden in einem verbindlichen Lastenheft oder Lasten-Pflichtenheft. Dieses Dokument ist die Bestellgrundlage für die Maschine.

Was enthält das Lastenheft/Pflichtenheft?

  • Vollständige Produktspezifikationen und Materialvorgaben
  • Skizzen
  • Prozessbeschreibungen
  • Technische Anforderungen der Stationen
  • Qualitätsanforderungen inkl. Toleranzen und Messtechnik
  • FMEA-Erkenntnisse und abgeleitete Maßnahmen

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